zuhause?
2010-02-15
eine freundin meinte mal zu mir: "die welt eines anderen zu betreten, ist wie eine entdeckungsreise...jeden tag entdeckst du mehr...aber ohne einen führer, oder wenigstens karte und kompass, bist du in den weiten der gedankenwälder, tiefen schluchten und kleinen buchten verloren".
das hat mich darauf gebracht nicht ziellos in mir zu suchen und zu wühlen...ich brauch eine karte...ja ich brauch eine karte um in mir zurechtzukommen. also versuche ich karten zu zeichen...man könnte sich nun lange mit einem therapeuten über so ein thema unterhalten...aber ich denke, texte und musikstücke sind immer noch die besten karten, die man für die menschliche psyche finden kann. ich höre mir viele meiner alten aufnahmen kann...ich lese viele meiner alten briefe, die ich bekommen hab und geschickt hab und schau wie ich mich fühle und doch kann ich mir keinen reim auf alles machen...noch kann ich mich nicht ergründen...ich werde mich wahrscheinlich nie vollständig finden.
ich bin seltsam und das werde ich wohl immer sein.
jeden tag hab ich das gefühl man redet hinter meinem rücken über mich, selbst bei weltfremden leuten...deswegen fühl ich mich so wohl in aller stille ohne menschen...man kann es gut als menschenallergie bezeichnen...ich hab angst, bei zuvielen leuten, ich werde nervös, schwitze und tauche ab, tauche ab in meine welt voller zahlen und gleichungen.
Ich kenne mich selber nicht...ich weiß nicht wer ich bin...manche leute kaufen sich in solch einer krise einen porsche oder lassen sich vollaufen...doch das bringt nichts, das betäubt nur das gefühl oder kompensiert es. ich viel lieber ziehe die stille vor, die stille zu "hören" die um einen ist, wenn man mittem im wald liegt und keinen reden hört, keinen lachen hört und keinem etwas schuldig ist. ich habe versucht vielen diesen ort der stille zu zeigen, doch bisher ist mir nur eine mehr als einmal gefolgt und ich war wirklich glücklich...niemand nach ihr und niemand vor ihr hat mich so verstanden und war doch so anders als ich...
viele leute interressieren mich nichtmehr...ich bin alleine...eine freundin meinte zu mir: "wenn du dich wieder so abschottest, dann kann dir diesmal keiner helfen".
ich weiß...will ich, dass mir jemand hilft?
es gibt tage, da muss ich alleine sein, und es gibt tage, da kann ich nicht alleine sein...doch bisher hab ich nur sporadisch spuren neben mir im schnee entdeckt...und keiner der mich wirklich ein langes stück begleitet hat.
hab ich freunde? ich weiß es nicht...ich weiß nicht, was ich glauben soll und wem ich vertrauen soll...werd ich verrückt?
jean paul meinte einst: "gehe nicht, wohin der weg führen mag, sondern dorthin, wo kein weg ist und hinterlasse eine spur".
doch das ist verdammt schwer. immer wieder sackt man im morrast des lebens ein und muss sich freikämpfen. aber sobald du stehn bleibst, versinkst du nur noch mehr und am ende wird man von dem großen ungeheuer schicksal verschlungen.
ich kann nicht stehn bleiben, ich muss immer weiter laufen:
"der Ursprung des daseins, ist die bewegung. folglich kann es darin keine bewegungslosigkeit geben, denn wäre das dasein bewegungslos, so würde es zu seinem ursprung zurückkehren, und der ist das nichts. deshalb nimmt das reisen nie ein ende" - Kitab Al-Isfar.
wie recht er doch damit hat. ich dachte ich hätte ein zuhause gefunden...einen ort, den ich "mein zuhause" nennen kann, doch was bedeutet es, zuhause zu sein...ich tu mir schwer, wirklich zu sagen, dass ich "nach hause" fahren...wo ist mein zuhause?...da wo ich herkomme? ich würde sagen, ein zuhause ist ein ort, an dem man sich wohl fühlt, wo man unbedingt wieder hin will...doch was ist dann zuhause für mich, wenn es mir egal ist wo ich bin, wo ich schlafe...ob ich unter irgendeinem felsvorsprung übernachte oder in einem luxusbett bei fremden leuten.
fragen über fragen, die sich in meinem tagebuch sammeln und wahrscheinlich nie wirklich beantwortet werden...
ich weiß nicht, warum ich das alles in diesen blog hier schreibe...vielleicht als eine art befreiung, eine art: "hey leute, schaut mal, so gehts mir...hey leute schaut mal, habt ihr nen rat?" oder einfach nur als art hilfeschrei ein meinung zu hören, etwas von ausserhalb meiner welt zu hören, dass mich aufweckt aus meinem dornrösschenschlaf.
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Posted by nuit
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